Zucker & Salz - 50 Jahre kubanische Revolution - eine Dokumentation von Tobias Kriele
Gruppe Guetersloh, Montag, 15. August 2011

Havana, Berlin, Hamburg, München, Köln, Basel, Luxemburg, Zürich, Madrid, neuerdings auch in Argentinien, der Türkei und sogar der USA. Der 34 min. umfassende Dokumentarfilm Zucker und Salz des gebürtigen Güterslohers, Wahlkubaners und ehemaligen SDAJ-Mitglieds Tobias Kriele ist wahrlich weit herum gekommen. Vor allem während der großen Europatournee im Sommer 2010 erweckte der in seiner schlichten Machart ungewöhnliche Film breites öffentliches Interesse und lockte auch ein Jahr später noch zahlreiche Interessierte ins ´Casa Cuba´ auf dem diesjährigen DKP-Pressefest. Am 28. Juni erfüllte sich schließlich unser Wunsch und auch der des Regisseures Kriele, den Film als Abschluss der Tournee im Gütersloher Kulturkino ´Bambi´ auszustrahlen.
Die Vorfreude auf dieses kulturell besondere Ereignis vermischte sich jedoch schnell mit Bedenken: Wie würde der bekannt konservative Gütersloher, verseucht mit Bertelsmann und Springer Propaganda, auf diesen Film reagieren? Würde die ungewohnte Sichtweise auf Kuba, ohne die üblichen westlichen Hetzparolen gegen Fidel und den Kommunismus, das Publikum verärgern?
„Der Film wurde bisher meist vor eindeutig linkem Publikum gezeigt. Dies war auf dieser letzten Aufführung hier in Gütersloh das erste mal völlig anders.“, berichtete der Regisseur. Das Publikum, viele angelockt von zwei halbseitigen (!!!) und sehr positiven Zeitungsartikeln der hiesigen Lokalpresse, beide mit XXL-Farbfoto von Fidel Castro und Salvador Allende, gestaltete sich als gesellschaftlich gemischt. Neben Genossen aus der DKP und KKE waren Menschen aller Couleur und Parteiverbundeinheit vertreten. Über 75 Besucher zwangen uns schließlich den Film aus dem kleinen in den großen Saal des Kinos zu verlegen. Was ein Erfolg!
Nach dem Saalwechsel, der mit viel Freude und Applaus aufgenommen wurde, erläuterte Regisseur Kriele die Beweggründe für die Erstellung des Films. „Zucker und Salz berichtet natürlich auch von meinem eigenen Blick auf Kuba und bietet mir so die Möglichkeit, meine Erfahrungen und Sichtweise mitzuteilen“, so Tobias Kriele. „Natürlich ist es für mich etwas Besonderes, den Film in meiner alten Heimatstadt Gütersloh vorzustellen.“
Im Jahr 2003 zog es Tobias für eine vermeintlich kurze Zeit zum Studieren nach Kuba. Mittlerweile steht er vor dem Abschluss seiner Dissertation in Philosophie an der Universität von Havana. Zum Filmemacher machte ihn die Begegnung mit vier außergewöhnlich-gewöhnlichen kubanischen Freundinnen, von denen sein filmisches Erstlingswerk Zucker und Salz handelt.
Angefangen von ihrem Leben in der Batista-Diktatur, über ihre Arbeit als freiwillige Lehrerinnen in den Bergen der Sierra Maestra, ihre Aufbauarbeit mit marginalisierten Frauen in Havana, ihre Kämpfe mit dem Machismo, ihr Unverständnis gegenüber der Entscheidung ihrer Kinder und Enkel, Kuba zu verlassen, ihre Verbundenheit mit der Revolution auch in schwierigen Zeiten, bis hin zu ihrem Blick auf die junge Generation; Die vier scheinbar ganz gewöhnlichen Frauen entpuppen sich im Laufe des Films als ausnehmend besonders.
Im Film heißt es: „In einer echten Freundschaft muss man auch das Salz teilen, nicht nur den Zucker“. In diesem Sinne und im fünfzigsten Jahr ihrer Freundschaft gibt Zucker & Salz einen beeindruckenden und bewegenden Einblick in die Alltagsgeschichte der kubanischen Revolution.
Das Gütersloher Publikum war, trotz wenigen entsetzten Räusperern vereinzelter Besucher, in für sie politisch zu ehrlichen Aussagen, begeistert und spendete abschließend lang anhaltenden Beifall. Tobias stellte sich anschließend einer langen Fragerunde in welcher er auch auf die üblichen Vorurteile der nicht existierenden Meinungsfreiheit, bzw Zensur, einging und diese glaubwürdig und überzeugend ins Reich der Fabeln verwies. Ungläubiges Kopfschütteln im Raum erntete noch ein „Fidel Castro – Hitler“-Vergleich einer zweiten notorischen Antikommunistin, der wieder einmal verdeutlicht wohin sich die Bourgeoisie hingezogen fühlen wird, wenn es drauf ankommt. Dieser Vergleich stieß allerdings auch bei den übrigen überzeugten Castro-Kritikern auf große Unverständnis und beschämen.
Diese beiden Personen bildeten allerdings die Ausnahme in einer in dieser Größe bis dahin in Gütersloh wohl noch nie dagewesenen sachlichen Diskussion über Kuba und Castro in der Tobias Kriele eine gute Figur machte und durchweg zu überzeugen wusste.
Rückblickend schauen wir auf eine sehr erfolgreiche Veranstaltung zurück die in dieser Form und gesellschaftlichen Breite in Gütersloh wohl einzigartig gewesen sein dürfte. Wir bedanken uns bei Tobias Kriele und den vier kubanischen Damen für diesen schönen Abend und wünschen ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute.
Viva Kuba, viva Fidel, el viva Socialismo!
JK
„Der Film wurde bisher meist vor eindeutig linkem Publikum gezeigt. Dies war auf dieser letzten Aufführung hier in Gütersloh das erste mal völlig anders.“, berichtete der Regisseur. Das Publikum, viele angelockt von zwei halbseitigen (!!!) und sehr positiven Zeitungsartikeln der hiesigen Lokalpresse, beide mit XXL-Farbfoto von Fidel Castro und Salvador Allende, gestaltete sich als gesellschaftlich gemischt. Neben Genossen aus der DKP und KKE waren Menschen aller Couleur und Parteiverbundeinheit vertreten. Über 75 Besucher zwangen uns schließlich den Film aus dem kleinen in den großen Saal des Kinos zu verlegen. Was ein Erfolg!
Nach dem Saalwechsel, der mit viel Freude und Applaus aufgenommen wurde, erläuterte Regisseur Kriele die Beweggründe für die Erstellung des Films. „Zucker und Salz berichtet natürlich auch von meinem eigenen Blick auf Kuba und bietet mir so die Möglichkeit, meine Erfahrungen und Sichtweise mitzuteilen“, so Tobias Kriele. „Natürlich ist es für mich etwas Besonderes, den Film in meiner alten Heimatstadt Gütersloh vorzustellen.“
Im Jahr 2003 zog es Tobias für eine vermeintlich kurze Zeit zum Studieren nach Kuba. Mittlerweile steht er vor dem Abschluss seiner Dissertation in Philosophie an der Universität von Havana. Zum Filmemacher machte ihn die Begegnung mit vier außergewöhnlich-gewöhnlichen kubanischen Freundinnen, von denen sein filmisches Erstlingswerk Zucker und Salz handelt.
Angefangen von ihrem Leben in der Batista-Diktatur, über ihre Arbeit als freiwillige Lehrerinnen in den Bergen der Sierra Maestra, ihre Aufbauarbeit mit marginalisierten Frauen in Havana, ihre Kämpfe mit dem Machismo, ihr Unverständnis gegenüber der Entscheidung ihrer Kinder und Enkel, Kuba zu verlassen, ihre Verbundenheit mit der Revolution auch in schwierigen Zeiten, bis hin zu ihrem Blick auf die junge Generation; Die vier scheinbar ganz gewöhnlichen Frauen entpuppen sich im Laufe des Films als ausnehmend besonders.
Im Film heißt es: „In einer echten Freundschaft muss man auch das Salz teilen, nicht nur den Zucker“. In diesem Sinne und im fünfzigsten Jahr ihrer Freundschaft gibt Zucker & Salz einen beeindruckenden und bewegenden Einblick in die Alltagsgeschichte der kubanischen Revolution.
Das Gütersloher Publikum war, trotz wenigen entsetzten Räusperern vereinzelter Besucher, in für sie politisch zu ehrlichen Aussagen, begeistert und spendete abschließend lang anhaltenden Beifall. Tobias stellte sich anschließend einer langen Fragerunde in welcher er auch auf die üblichen Vorurteile der nicht existierenden Meinungsfreiheit, bzw Zensur, einging und diese glaubwürdig und überzeugend ins Reich der Fabeln verwies. Ungläubiges Kopfschütteln im Raum erntete noch ein „Fidel Castro – Hitler“-Vergleich einer zweiten notorischen Antikommunistin, der wieder einmal verdeutlicht wohin sich die Bourgeoisie hingezogen fühlen wird, wenn es drauf ankommt. Dieser Vergleich stieß allerdings auch bei den übrigen überzeugten Castro-Kritikern auf große Unverständnis und beschämen.
Diese beiden Personen bildeten allerdings die Ausnahme in einer in dieser Größe bis dahin in Gütersloh wohl noch nie dagewesenen sachlichen Diskussion über Kuba und Castro in der Tobias Kriele eine gute Figur machte und durchweg zu überzeugen wusste.
Rückblickend schauen wir auf eine sehr erfolgreiche Veranstaltung zurück die in dieser Form und gesellschaftlichen Breite in Gütersloh wohl einzigartig gewesen sein dürfte. Wir bedanken uns bei Tobias Kriele und den vier kubanischen Damen für diesen schönen Abend und wünschen ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg alles erdenklich Gute.
Viva Kuba, viva Fidel, el viva Socialismo!
JK

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