Thomas, Donnerstag, 21. Juni 2007
Untersuchungsausschuss zur Polizeigewalt während des G8-Gipfels gefordert.
Während die Veranstalter der G8-Proteste von Heiligendamm nach positiven Bilanzen zum Protesterfolg nunmehr ihre Wunden lecken und mit der Dokumentation polizeilicher Übergriffe beginnen, veröffentlicht der RAV neue Details vom Ausmaß des Ausnahmezustands und fordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Derweil wurden in Hamburg und Berlin wieder Wohnungen mutmaßlicher Globalisierungskritiker durchsucht.
Der G8-Gipfel in Heiligendamm prägt zwei Wochen nach seinem Ende keinesfalls nur durch Bilder von der Kaffeerunde im Kempinski, bunten Demonstranten auf grünen Wiesen und müden Polizeibeamten auf besetzten Straßen das öffentliche Bewusstsein. Nach wie vor dominieren vermummte Demonstranten und prügelnde Polizisten das szeniastische Gedächtnis. Während das Bundeskriminalamt bereits vor dem Gipfel mit Hausdurchsuchungen gegen den "Terror von Links" Stimmung machte, liefen nach dem EU-Russland-Gipfels in Samara wieder und wieder Bilder polizeilicher Übergriffe in Deutschland über die Mattscheiben. Die Aussage war klar: Deutschland, das Vorzeigeland der Demokratie in Europa, ist selbst ein Polizeistaat.
weiterlesen TP: Parlamentarisches Nachspiel vorbehalten